Als ich ans gestalten dieser Website ging, wusste ich, dass ich Fotos brauche. Am liebsten wollte ich neutrale mit einem weißen Hintergrund. Und da meine Mama einen tollen Fotografen kennt, habe ich mir einfach als Geburtstagsgeschenke ein Date mit ihrem Foto-Freund gewünscht.

Zwischen Zweifeln und Vorfreude

Ich hab mich riesig gefreut, als ich es dann auch bekommen habe und zeitgleich dachte ich mir “Ach schön, eine Kamera, die jede Einzelheit gestochen scharf einfangen kann, während man komplett ausgeleuchtet da steht – ja ich hab gar keine Worte dafür! Warum wollte ich das noch einmal?” Sagen wir es so. Ich war aufgeregt und trotz der Vorfreude alles anderes als locker.

Und das schien ein Problem.

Verzweifelte Situationen erfordern verzweifelte Maßnahmen

“Okay, wird schon werden”, dachte ich mir und wusste am nächste Samstag wird es soweit sein. In der ganzen Anspannung neben bevorstehenden Fototermin und Bachelor-Thesis (nicht die bei RTL – die, die man oldschool bei der Uni macht) kam mir die glorreiche Idee, mir könnte ein Yogakurs zur Entspannung helfen. Und schwupps tauchte über einen Bekannten ein 14-tägiger-Yogakurs auf für den ich mich spontan anmeldete. Er startete am Tag vor dem Fotoshooting und zwar immer um 5 Uhr morgens, um den sogenannten “Mircale Morning” zu erleben.

Nächstes Problem: Ich bin leidenschaftlicher Langschläfer.

Wofür ein Wecker, wenn man auch Angst haben kann?

Gut, ich hab mir alle Mühe gegeben pünktlich am Samstag auf der Matte zu stehen. Nachdem ich die halbe Nacht wach lag aus Angst zu verschlafen, habe ich meinen Wecker ausgeschalten, weil ich dachte die letzte halbe Stunde schaffe ich auch noch. Dreimal darfst du raten wer eingeschlafen ist und das Yoga verpasst hat. Moi!

Total erschöpft und genervt startete ich den Tag, schrieb der lieben Yogalehrerin eine Entschuldigungs-Mail und versuchte zu retten was zu retten ist. Mit ‘nem Frühstück bei den Eltern und einem Kaffee sollte es sich alles einpendeln. Was ich vergessen habe – Kaffee macht mich noch aufgeregter, was dazu führte, dass ich meine Mutter auf dem Weg zum Fotografen ohne Punkt und Komma zutextete.

Der ultimative Top-Tipp, um locker zu werden

Der Fotograf heißt Volker und ist ein jahrelanger Freund meiner Mama. Er hat es total locker genommen, dass ich unlocker war und mich einfach machen lassen. Irgendwann ist ihm aufgefallen, dass ich mich immer dann entspanne, wenn seine Aufmerksamkeit nicht auf mir liegt, was uns letztendlich geholfen hat neue Bewegungen und Posen zu finden. Immer wenn ich wieder angespannt wurde, schaute er weg und Schwupps fiel mir was neues ein. Nach über zwei Stunden fotografieren hat dann noch eine weitere Sache geholfen locker zu werden: Meine Müdigkeit und die nicht vorhandene Kraft über irgendwas noch nachdenken zu können.

Ich war so erschöpft (zu wenig Schlaf) und war zeitgleich so aufgedreht (Aufregung und Kaffee), dass mein Kopf sich irgendwann dachte “Ich bin raus. Mach was du magst, aber ich hab keine Kapazität mehr darüber nachzudenken, ob das was wir hier machen gut ist oder nicht.”

Und so kam es, dass alles lockerer und entspannter wurde und richtig angefangen hat Spaß zu machen – eben weil mein Kopf nichts mehr bewerten konnte.

Was lernen wir daraus?

Nun ja – erst einmal bitte nicht, dass wir uns jetzt freiwillig dem Schlaf entziehen, wenn wir aufgeregt sind (auch wenn es scheinbar für einzelne Situationen sehr hilfreich sein kann). Was ich vielmehr gelernt hab – Zweifel sind Zweifel und nicht immer die Realität. Als mein Kopf wegen der Müdigkeit meine typischen Zweifel nicht mehr äußern konnte, war auch ich entspannter. Deswegen, lasst mal durchatmen, den Wecker ausstellen und die Erschöpfung nutzen, um locker zu werden. Und wenn das nicht klappt entspannt ein Schritt zurückgehen und nicht jeden Gedanken so ernst nehmen. 🙂