Vorgestern bin ich von meinem ersten Gartenkonzert zurückgekommen, das Mischa Miltenberger und ich im schönen Allgäu gegeben haben. Mischa ist bescheiden ausgedrückt Mutmacher & Autor. In der Realität schafft er über diese Bezeichnungen heraus mit seiner zauberhaften Frau Nicole sichere Räume, in denen Menschen so sein dürfen wie sie sind. Gemeinsam haben wir ein Konzert und eine Lesung in einem wunderschönen Garten für ca. 20 Menschen gestaltet. 2 Paletten und Picknickdecken wurden einfach zur Bühne umfunktioniert und wir haben eine bunte Mischung aus Liedern, Texten und Buchpassagen in die Runde geworden. Das Ganze war zeitgleich mein Auftakt für meine kleine feine Wohnzimmerkonzert-Tour, die mich die nächsten Wochen an weitere Orte führen wird, um meine Lieder vor mehreren Menschen zu erproben.

Warum das Ganze?

Ich habe den großen Wunsch mich mit meiner Musik zu zeigen. Für mich ist es gar nicht so selbstverständlich einfach zu sagen: “Hallo, ich bin Hannah und liebes es Musik zu machen!”. Manchmal kann ich das schon richtig gut, dann gibt es wieder Tage wo ich mir denke “Am besten lassen wir das alles.” Ich möchte mir daher das Geschenk machen und erfahren wie es mir mit den folgenden Dingen geht:

  • Wie ist es live ein ganzes Konzert zu spielen?
  • Wie verhält sich meine Stimme?
  • Wie reagiert unterschiedliches Publikum?
  • Wie kann ich mit Live-Situationen umgehen?

Allein der Gartenabend hat mir schon einen bunten Korb voller neuer Erfahrungen beschert. Von der pursten Freude über kribbelige Aufregung bis hin zu Unsicherheit war alles dabei. Ich bin dankbar für diese neuen Eindrücke und wie eine liebe Freundin heute zu mir sagte “Vor zwei Jahren fiel es dir schwer vor einer Person überhaupt etwas zu singen – siehst du diese Entwicklung?” Ja, jetzt sehe ich sie wieder!

Tomaten-Bingo hilft

Es mag für manche nicht viel sein, aber dass ich diesen Abend mehr oder minder entspannt singen konnte, ist so schön für mich. Was hatte ich Angst mich live mal zu verspielen. Diese Angst hat mich lange abgehalten überhaupt nur zu erwähnen, dass ich Gitarre spiele und singe – man könnte ja aufgefordert werden etwas vorzuspielen. Mit einer Freundin habe ich daher extra mal ein Bingo zu unseren Ängsten erstellt. Ganz nach dem Motto “Lass uns ein Spiel draus machen und die Angst bewusst mitnehmen!”. Das Feld “bei einem Konzert verspielen” kann ich jetzt abhaken und – man mag es kaum glauben – ich hab’s überlebt und keine Tomaten abbekommen (wobei sie im Garten mengenweise vorhanden waren und es ein leichtes gewesen wäre sie zu werfen.)

Was ich damit sagen will:

Manchmal kann es helfen die eigenen Ängste nicht zu ernst zu nehmen bzw. sie ganz bewusst zu integrieren (Bingo!). Denn jeder kleiner Schritt in meine Angst zeigt mir wieder etwas neues, ich darf etwas lernen und einen neuen Moment erfahren. Und irgendwie kann sich das Treffen mit der eigenen Angst auch sehr sättigend und wohlig anfühlen 🙂