#12 Üben beim Singen wird komplett falsch verstanden✨

#12 Üben beim Singen wird komplett falsch verstanden✨

#12 Üben beim Singen wird komplett falsch verstanden

Eine Frage, die ich im Gesangsunterricht immer wieder höre:

„Hannah, ich brauche eine Übungsroutine. Was ist denn eine passende Routine? Wie oft muss ich üben, um gut singen zu können?“

Und ich verstehe diese Frage total. Wenn wir eine neue Fähigkeit lernen, denken wir oft: Ich muss es möglichst oft machen.

Wiederholung ist wichtig – und ja, sie schafft Sicherheit. Unser Körper darf Dinge ein paar Mal erleben, damit sie sich irgendwann automatisch in die Stimme mischen.

Aber gleichzeitig beobachte ich immer wieder, dass wir uns das Thema Üben unnötig schwer machen.

„Ich habe nicht geübt“

Ganz oft ist einer der ersten Sätze im Unterricht: „Ich will gleich sagen, dass ich nicht geübt habe.“

Wenn wir dann genauer hinschauen, kommt aber sowas wie:

  • „In der Küche habe ich gesungen und die eine Stelle ging leichter.“
  • „Im Auto hat es besser funktioniert.“
  • „Beim Sprechen habe ich meine Stimme anders wahrgenommen.“

Und dann wird plötzlich klar: Das ist auch Gesangstraining.

Viele denken, Üben zählt nur, wenn sie sich bewusst hinsetzen und Übungen durchgehen. Aber Stimme passiert ständig – und sie entwickelt sich auch in diesen kleinen Momenten im Alltag.

Gesangstraining ist nicht nur die Übung am Klavier

Natürlich sind technische Übungen sinnvoll. Aber Singen ist ein so weites Feld, dass wir uns nicht auf einen einzigen Weg festlegen müssen. Du musst dich nicht zwingen: „Ich muss jeden Tag 15 Minuten diese Übung machen.“

Vor allem nicht, wenn du merkst, dass du es eh nicht durchziehst.

Oft fehlt nicht Disziplin – sondern der Sinn dahinter. Wenn du verstehst, warum du etwas übst und was es dir später im Lied bringt, wird es automatisch leichter, dranzubleiben.

Üben ja – aber so, dass es in dein Leben passt

Singen üben kann also ganz unterschiedlich aussehen:

  • Atemübungen im Yoga
  • Singen im Auto
  • kleine Beobachtungen im Alltag
  • ein Lied nach der Arbeit
  • Übungen nebenbei beim Kochen

Das ist keine „falsche“ Art zu üben. Das ist oft genau der Weg, der wirklich funktioniert.

Weil er zu deinem Leben passt und sich natürlich in deinen Alltag integriert.

Es geht nicht um eine Routine, sondern um einen Rahmen

Für mich geht es weniger um eine feste Übungsroutine. Es geht darum, einen Rahmen zu finden, der zu dir passt:

  • zu deinem Alltag
  • zu deinen Kapazitäten
  • zu deiner Motivation

Einen Rahmen, der dich unterstützt und dich nicht noch weiter unter Druck zu setzt.

Vielleicht ist das ein fester Slot in der Woche (ich plane z.B. einmal die Woche ein Karaoke-Date zum Singen). Vielleicht ist es aber auch ein Lied am Abend oder einfach mehr Bewusstsein für dein Instrument = dein Körper im Alltag.

In meinen Stimm-Zauber-Gesangsstunden werden wir übrigens immer seeehr kreativ darin, die unterschiedlichsten „Routinen“ zu zaubern – eine, die zu dir und deinem Leben passt.

Take-away: Du darfst auch beim Üben auf dich hören

Du brauchst keine perfekte Übungsroutine – du brauchst einen Weg, der sich für dich machbar anfühlt.

Und vielleicht machst du jetzt schon viel mehr für deine Stimme, als dir bewusst ist.

Statt dich zu fragen: „Habe ich genug geübt?“

lass uns endlich betrachten: „Wo hat meine Stimme heute Raum bekommen?“

#10 „Sing einfach lauter“ ist kein guter Ratschlag im Gesangsunterricht✨

#10 „Sing einfach lauter“ ist kein guter Ratschlag im Gesangsunterricht✨

#10 Warum „sing einfach lauter“ kein hilfreicher Rat ist

Es gibt eine Art von Ratschlag, den meine Sängerinnen immer wieder in früherem Gesangsunterricht bekommen haben:

„Du musst einfach lauter singen.“
„Du musst mehr aus dir rauskommen.“
„Du musst lockerer werden.“
„Du musst einfach kräftiger singen.“

Und ich verstehe, woher dieser Satz kommt. Wenn eine Stimme sehr zurückgehalten klingt, ist natürlich oft das Ziel, dass sie irgendwann mehr Klang, mehr Kraft und mehr Präsenz bekommt.

Aber genau da liegt der Punkt: Lauter singen ist das Ziel – nicht die Anleitung.

  „Lauf halt einfach schneller“ hilft auch nicht

Ich nehme dafür total gerne das Beispiel mit der Leichtathletik. Wenn mein Ziel wäre, schneller zu rennen, würde es mir ja gar nichts bringen, wenn jemand sagt:

„Lauf halt einfach schneller.“

Ja, klar. Das ist das Ziel. Aber wie komme ich dahin?

Beim Laufen müsste man anschauen: Was führt dazu, dass ich schneller laufen kann?

Da spielen die Beine mit rein, die Ausdauer, die Motorik, die Muskeln. Das sind alles Dinge, die man getrennt voneinander und im Zusammenspiel miteinander trainiert, damit das natürliche Endergebnis ist:

Ich kann schneller laufen. Und so ist es auch mit lauter und kräftiger singen.

Ich kann dir nicht einfach sagen: „Sing halt mal lauter.“ Ohne dir zu zeigen, welche Aspekte da mit reinspielen.

Wenn du einfach nur lauter wirst, wird es oft anstrengend

Wenn du keine Technik hast, keine innere Erlaubnis, kein Körpergefühl dafür und dein Nervensystem eigentlich auf Rückzug steht, dann wird lauter singen meistens einfach anstrengend.

Viele erzählen mir dann von früheren Gesangsunterricht:

„Ich sollte mich halt mehr anstrengen.“
„Ich sollte einfach lauter werden.“
„Ich habe gemerkt, ich komme irgendwann an meine Grenze.“
„Ich bin fast heiser geworden.“

Und da schlage ich innerlich manchmal echt die Hände über dem Kopf zusammen. Weil es nicht sein kann, dass jemand in bezahlten Gesangsunterricht geht und als Lösung bekommt:

„Werde halt lauter.“ Teilweise sogar: „Schrei mal mehr.“ Wenn du dadurch heiser wirst, dich mehr verkrampfst oder es alleine nicht reproduzieren kannst, ist es total verständlich, dass dich das frustriert. Und es ist nicht deine Schuld.

Es ist nicht deine Aufgabe, von allein zu wissen, wie du lauter wirst

Es ist nicht deine Schuld, wenn du nicht von dir aus weißt, was du in deiner Stimme ansteuern kannst.

Es ist nicht deine Schuld, wenn du nicht automatisch weißt, wie du kräftiger singst, ohne zu drücken.

Und es ist nicht deine Schuld, wenn du bei „sing einfach lauter“ innerlich eher zumachst.

Genau dafür ist Gesangsunterricht ja eigentlich da:

  • Dir zu zeigen, was du beeinflussen kannst.
  • Welche Ansätze es gibt.
  • Was sich für dich gut anfühlt.
  • Wo du einen Effekt spürst.
  • Und wie du deine Stimme so trainierst, dass sie freier werden kann, ohne dass du über deine Grenze gehst.

Gute Anleitung braucht Flexibilität

Ich war selbst bei vielen verschiedenen Gesangslehrerinnen und Gesangslehrern und habe für mich immer wieder geschaut:

  • Was hat mich wirklich weitergebracht?
  • Wo habe ich eine Verbindung zu meiner Stimme bekommen?
  • Und wo bin ich eher verunsichert aus dem Unterricht gegangen?

Eine Hauptkomponente war für mich immer: Kann die Lehrperson flexibel auf mich eingehen?Oder zieht sie einfach Schema F durch?

Ein guter Unterricht sollte nicht nur auf der Realität der Lehrperson beruhen. Nur weil jemand selbst kein Problem damit hat, laut zu singen, aufzutreten oder sich zu zeigen, heißt das nicht, dass es für jede Sängerin genauso leicht ist.

Gerade stille Sängerinnen bringen einen eigenen Körper, eine eigene Geschichte und ein eigenes Selbstbild mit.

Und genau das muss im Unterricht Platz haben.

Du bist dem Unterricht nichts ausgeliefert

Das ist mir so wichtig: Du bist als stille Sängerin dem Gesangsunterricht nicht ausgeliefert.

Du darfst merken: Das passt für mich nicht. Ich komme eingeschüchtert aus der Stunde. Ich bin danach total angespannt. Ich fühle mich nicht ernst genommen. Dieser Ratschlag verschließt mich eher, als dass er mich öffnet.

Und du darfst das ernst nehmen.

Wenn du immer wieder das Gefühl hast, du bekommst nur unkonkrete Ansagen wie „sing halt lauter“, aber niemand zeigt dir, wie du dahin kommst, dann ist es verständlich, dass du frustriert bist.

Lauter singen braucht mehr als Mut

Gerade bei stillen Sängerinnen geht es oft nicht nur um Technik.

Natürlich gibt es technische Aspekte:

  • Atem.
  • Dynamische Tonführung.
  • Vokalplatzierung.
  • Stimmsitz.
  • Resonanz.
  • Natürliche Lauterzeugung.

All das hat Einfluss darauf, wie frei, kräftig und laut deine Stimme werden kann.

Aber daneben gibt es auch die gesangspsychologische Ebene.

Wenn dein Körper gerade eigentlich auf Rückzug steht, kannst du nicht einfach eine 180-Grad-Wende hinlegen und plötzlich voll in den Ausdruck gehen. Wenn dein Selbstbild davon geprägt ist, dass du immer eher leise, freundlich, angepasst und unauffällig bist, dann ist „sing lauter“ nicht einfach nur eine technische Aufgabe.

Dann kann das ein richtiger Identitätskonflikt sein.

Dein Nervensystem muss Ausdruck überhaupt zulassen können

Deswegen arbeite ich so gerne nervensystembasiert. Denn die Frage ist nicht nur: Wie wird deine Stimme lauter?

Sondern auch: Ist dein Körper überhaupt gerade in einem Zustand, in dem Ausdruck sicher ist?

Wenn dein Körper innerlich sagt:

„Ich will mich eigentlich verstecken.“
„Ich will nicht auffallen.“
„Ich will mich zurückziehen.“

Dann bringt es wenig, einfach mehr Druck auf die Stimme zu geben. Dann dürfen wir erstmal daran arbeiten, dass dein Körper Klang freigeben kann, ohne sich bedroht zu fühlen. Dass du dich sicherer fühlst, wenn du dich zeigst. Dass Ausdruck nicht sofort mit Überforderung gekoppelt ist.

Manche Klänge fühlen sich erstmal ungewohnt an

Gerade für lautere Sounds gibt es im Gesangsunterricht oft Übungen oder Tonerzeugungen, die erstmal ungewohnt sind. Manche klingen ein bisschen dümmlich, zickig und vielleicht auch erstmal nicht schön. Aber sie helfen, mehr Präsenz in die Stimme zu bekommen.

Und genau das sind oft Eigenschaften und Laute, die sich stille Sängerinnen im Alltag gar nicht erlauben. Deswegen kann da innerlich so viel Druck entstehen. Nicht, weil du falsch bist – sondern weil dein System beim Singen etwas machen soll, was es aus dem Alltag gar nicht gewohnt ist.

Deine Stimme lügt dich nicht an

Das ist vielleicht der wichtigste Reminder: Deine Stimme lügt dich nicht an.

Sie zeigt dir sehr ehrlich, was funktioniert und was nicht funktioniert.

Wenn du merkst: Dieser Ansatz verschließt mich noch mehr. Ich werde heiser. Ich verkrampfe. Ich fühle mich nicht sicherer, sondern kleiner. Dann darfst du das ernst nehmen. Das heißt nicht, dass du untalentiert bist. Das heißt vielleicht einfach, dass du einen anderen Ansatz brauchst.

Singen darf sich leicht und locker anfühlen

Ein guter Leitsatz ist für mich: Singen darf sich leicht und locker anfühlen.

Natürlich darf es fordernd sein. Natürlich darf man lernen, üben und neue Dinge entdecken. Aber Gesangsunterricht sollte nicht dazu führen, dass es für dich noch anstrengender wird. Er sollte dich darin unterstützen, mit weniger Druck mehr Zugang zu deiner Stimme zu bekommen.

Mit lockeren Ansätzen, mehr Aufatmen, Verbindung und Verständnis dafür, was deine Stimme braucht.

Singen ist eigentlich etwas sehr Natürliches. Stimme melodisch einzusetzen, ist nichts, was sich hart, eng oder verhärtet anfühlen sollte.

Und gerade wenn du in den Gesangsunterricht gehst, darf dieser Unterricht dich dabei unterstützen, wieder mehr dahin zurückzukommen: Ich darf meine Stimme freier einsetzen, ohne über eine Grenze zu gehen, die mir eigentlich zu viel ist

#09 Vibrato, Tränen & Atemnot? Deine Fragen – meine Antworten✨

#09 Vibrato, Tränen & Atemnot? Deine Fragen – meine Antworten✨

#09 Vibrato, Tränen & Atemnot? Deine Fragen – meine Antworten✨

Wie geht ein Vibrato?🎶 Bin ich mit über 60 zu alt für Vibrato?👀

Vibrato ist ein super schönes Ziel beim Singen, das ganz viel über die Stimme aussagt – nämlich, dass sie frei, entspannt und sicher schwingen kann. Es ist wie ein zartes Zittern um den Ton herum und sorgt für einen besonders hörbaren und angenehmen Klang. Aber: Ein Vibrato ist kein Trick, den man mit einer Übung lernt, sondern ein Endergebnis aus vielen Aspekten – wie Atemführung, Klangstabilität und Beweglichkeit (=Dynamik) in der Stimme.

Ich unterscheide gerne zwischen festen Stimmtypen (sehr treffsicher, oft etwas fest) und weichen Stimmtypen (luftig, fließend, oft weniger treffsicher). Vibrato ist quasi die perfekte Mitte: sicher und gleichzeitig beweglich. Wenn du fest singst, darfst du das Weiche lernen. Wenn du zu weich singst, darfst du mehr Treffsicherheit üben. Im einmaligen Stimm-Check schauen wir ganz individuell, ob du eher weich oder fest singst – und welche Qualitäten ergänzt werden dürfen, um das Schwingen in deiner Stimme zu fördern.

Und zwecks des Alters: Vibrato ist nichts, was nur jungen Stimmen vorbehalten ist. Entscheidend ist, wie dein Körper und deine Stimme zusammenspielen und ob du sie entsprechend trainierst – nicht dein Geburtsdatum. Die körperlichen Voraussetzungen, die ein Vibrato braucht, können auch im Alter erarbeitet werden – wenn keine medizinischen Einschränkungen vorliegen. Und manchmal ist das eigentliche Hindernis gar nicht die Stimme, sondern eher die Idee, dass es zu spät sein könnte. Spoiler: ist es nicht.

Wieso weine ich beim Singen?✨

Ach – etwas, das wir alle stille Sängerinnen bestimmt kennen. Und das kann mehrere Gründe haben – ich nenne dir mal die zwei häufigsten, die ich beobachte:

1. Weil dein Körper sich entspannt

Singen ist nicht nur Ausdruck, sondern auch Regulation. Wenn du mit deiner Stimme arbeitest – gerade wenn du in einem geschützten Rahmen bist – kann es sein, dass dein Körper plötzlich loslässt und aus dem Funktionieren aussteigt. Und manchmal bedeutet das: Es fließt etwas ab. Es wird weich in dir. Es darf endlich ein Release passieren. Du hast vielleicht vorher gar nicht gemerkt, wie sehr du dich innerlich festgehalten hast. Und mit einem Ton, mit einer Melodie – kommt plötzlich dieses Gefühl: Da darf jetzt endlich etwas loslassen.

2. Weil dich der Text berührt – oder etwas ausdrückt, wofür du keine Worte hattest

Manchmal singen wir ein Lied und es erwischt uns an einer Stelle so richtig. Weil da ein Satz steht, der etwas sagt, was du selbst nie aussprechen konntest. Oder weil dich die Melodie an etwas erinnert, was in dir gespeichert ist – vielleicht ein Gefühl, eine Erinnerung, ein Mensch, ein Abschied, ein Wunsch.

Und was dann passiert, ist: Das Singen wird zum Sprachrohr für dich. Das fühlt sich manchmal kurz überwältigend an – aber es ist auch so kraftvoll. Denn das heißt: Deine Stimme ist nicht nur Klang, sondern ein Ort, an dem du dich dir selbst wirklich zeigen kannst.

Ich unterscheide in meinen Stimm-Zauber-Gesangsstunden hierbei zwischen der Erlaubnishaltung (emotionaler Ausdruck) und der Entdeckerhaltung (technische Perspektive). Beides darf beim Singen je nach persönlichen Zielen unterschiedlich stark Raum haben. Ich finde es so schön, wenn man im Singen auch eine Möglichkeit für die eigenen Gefühle findet und sich berühren lassen kann. Gerade beim Auftreten ist es aber auch hilfreich, aus dieser emotionalen Ebene wechseln zu können – um sich nicht zu sehr von Liedtexten überrollen zu lassen, wenn wir z.B. auf einer Hochzeit singen und als Dienstleister für jemand anderen unsere Stimme einsetzen wollen.

Wie trainiere ich mein Lungenvolumen zum Singen?🎶

Die Frage, wie man das Lungenvolumen fürs Singen trainieren kann macht Sinn, auch weil sie super viele Sängerinnen beschäftigt. Gerade dieses Gefühl von: „Ich hab zu wenig Luft“, „Ich komme bei schnellen Liedern nicht hinterher“ oder „Ich krieg den Ton nicht gehalten“ ist einfach super verbreitet.

Und jetzt kommt etwas, das vielleicht erstmal kurz irritiert, aber ein bisschen den Druck rausnehmen kann: Es geht beim Singen gar nicht so sehr um „mehr Lungenvolumen“.

Ja, natürlich – wenn du regelmäßig Ausdauersport machst oder viel in Bewegung bist, atmest du bewusster, deine Atemfrequenz verändert sich, dein Körper ist besser versorgt mit Sauerstoff. Das ist eine super Grundlage. Aber fürs Singen an sich ist ein ganz anderer Blick entscheidend – und genau deshalb ist Atem der erste von sechs Aspekten in meiner Stimm-Zauber-Formel.

Weil du nicht mehr Luft brauchst – sondern lernen darfst, was du mit der vorhandenen Luft machst. Es ist ein Management-Thema.

Das Herzstück ist hier das Zwerchfell. Das ist die Muskulatur, die unterhalb deiner Lunge sitzt – und die deine Atembewegung überhaupt erst möglich macht. Du kannst deine Lunge nämlich nicht aktiv steuern. Aber dein Zwerchfell schon! Und genau das trainieren wir.

💡 Was heißt das konkret für dich? Statt zu denken: „Ich brauche mehr Luft“, darfst du dich fragen:

  • Kann ich die Luft, die ich habe, dosiert in meinen Gesang abgeben?

  • Kann ich mit meinem Körper die Spannung halten, ohne zu verkrampfen?

  • Kann ich lernen, meinen Atem zu containen, also zu halten – statt ihn zu schnell zu verlieren?

  • Habe ich ein Gefühl dafür, wann der nächste Atemimpuls wirklich gebraucht wird?

Wenn du das lernst – und genau das machen wir Schritt für Schritt bei Stimm-Zauber – dann wird deine Stimme ruhiger, stabiler, klangvoller.

Und dann entsteht auch das, was viele sich wünschen: Die Fähigkeit, lange Töne zu halten, kraftvoll zu singen, aber nicht zu drücken – weil du innerlich weißt: „Ich habe die Kontrolle.“

Und ganz wichtig: Dein Atem ist nicht nur Technik – er ist Verbindung zu deinem Körper. Deshalb ist er auch oft der Schlüssel, wenn es um Emotionen, Nervosität oder Unsicherheiten beim Singen geht. Deswegen starten wir mit diesem Aspekt bei Stimm-Zauber – weil er dein inneres Fundament zum Singen ist.

Wie kann ich mit anderen singen, wenn ich keine Noten lesen oder kein Instrument spielen kann?🩷

Erstmal keine Sorge: Ich kann bis heute keine Noten lesen – es ist also nicht zwingend notwendig um mit anderen zu Singen. Es geht bei dieser Frage aus Erfahrung vielmehr um innere Sicherheit: Kannst du Melodien nach Gehör nachsingen? Wie sicher fühlst du dich, wenn du ohne Originalsänger singst? Arbeitest du mit den Instrumenten oder gegen sie? Und das alles ist trainierbar.

Wichtig ist (und das wird aus Erfahrung auch in Gesangsstunden viel zu schnell übersprungen), dass du deine Stimme für dich erforschst und sicher machst – getrennt vom Playback oder Instrumenten. Das ist etwas wofür wir uns häufig nicht die Zeit nehmen, obwohl genau hier die innere Sicherheit zum Singen entstehen kann. In der Stimm-Zauber-Formel schauen wir uns dafür zuerst die ersten drei Aspekte deiner Stimme im jeweiligen Lied an, bevor es überhaupt an Liedtexte oder auf das Singen mit Instrumenten geht. Sprich wir wiederholen das Lied mit verschiedenen Übungen der Aspekte „Atem, Dynamik & Stabilität“ und übertragen es erst dann schrittweise auf Instrumente.

Wir bauen quasi eine innere Landkarte – ein Gefühl für das Lied. Dass du, wenn du irgendwo mitten in den Song springst, sofort wieder weißt, wo du bist. Und das verraten dir die Instrumente und kannst du nur lernen, wenn du anfängst selber und ohne Originalsänger zu singen. Das ist auch eine super Prävention für Blackouts bei Auftritten – weil du quasi wie eins mit dem Lied wirst und mit der Zeit dein Körper einfach das Singen übernehmen kann.

Ein super schöner Tipp hier für den Alltag: Du kannst anfangen beim Radio oder Spotify hören, dein Ohr zu schulen und dich nur auf einzelne Instrumente zu fokussieren, z.B. die Gitarre oder das Schlagzeug. Schaffst du es die einzelnen Instrumente herauszuhören?

Ich begleite dich gerne dabei, entspannter und selbstsicher mit anderen auf Instrumente zu singen in meinen ganzheitlichen Stimm-Zauber-Gesangsstunden.

#08 „Meine Nachbarn hören mich!“ – Wie du entspannt singst, auch wenn dich andere hören

#08 „Meine Nachbarn hören mich!“ – Wie du entspannt singst, auch wenn dich andere hören

#08 „Meine Nachbarn hören mich!“ – Wie du entspannt singst, auch wenn dich andere hören

Kennst du das Gefühl, beim Singen einfach nicht locker zu werden, sobald jemand zuhören könnte? Mitbewohner, Nachbarn oder vielleicht sogar dein Partner? Viele meiner Sängerinnen kennen diese Blockade – und ehrlich gesagt, ich kenne sie auch aus eigener Erfahrung.

Früher war ich die absolute Lampenfieber-Mausi. Sogar das Üben im eigenen WG-Zimmer fühlte sich an, als würde ich vor 200 Leuten auftreten. Heute singe ich auf Hochzeiten und liebe es. Wie das möglich war und was du für dich daraus mitnehmen kannst, teile ich hier mit dir.

Warum wir uns so beobachtet fühlen👀

Johanna hat mir eine Frage geschickt, die perfekt beschreibt, was viele stille Sängerinnen beschäftigt: „Ich weiß, dass ich singen darf, aber sobald jemand zuhören könnte, verkrampfe ich total. Ich kann es nicht genießen.“

Das Problem ist selten die Stimme selbst. Es geht vielmehr um das, was wir glauben, dass andere über uns denken könnten. „Klingt das schräg? Bin ich unmusikalisch? Ist es peinlich?“ – Diese Gedanken schalten sofort das Notfallprogramm im Körper ein. Unser Nervensystem geht in Alarmbereitschaft und macht Loslassen unmöglich.

    Baustein 1 – Den Körper beruhigen✨

    Verkrampfung ist immer ein körperliches Signal. Selbst wenn dein Kopf weiß, dass du singen darfst, sagt dein Körper: „Gefahr!“ Deshalb ist der erste Schritt, dein Nervensystem zu regulieren. Das bedeutet: bewusst ausatmen, den Körper schütteln, den Boden spüren. Ich baue Nervensystem-Übungen auch in meine Stimm-Zauber-Gesangsstunden ein, weil ich gemerkt habe: Wenn der Körper nicht loslassen kann, wird die Stimme es auch nicht.

    Frage dich:

    ✨Wann fühlst du dich wirklich entspannt?
    ✨Wann atmet dein Körper einmal so richtig tief durch?

    Je öfter du im Alltag kleine Momente von Ruhe trainierst, desto einfacher wird es, dieses Gefühl auch beim Singen abrufen zu können.

    Baustein 2 – Dein Selbstbild verändern🩷

    Die Angst vor dem Hören ist oft die Angst vor Bewertung. Wir fürchten uns nicht nur vor dem, was die Nachbarn denken, sondern vor dem, was wir selbst denken. Vielleicht glaubst du, dass du nicht gut genug bist oder dass du dich lächerlich machst. Aber wer sagt das eigentlich? 

    Ich erinnere mich hier immer an meine WG-Zeit in Hamburg. Es war extrem hellhörig, und ich dachte monatelang, dass die Nachbarn es schrecklich finden, wenn ich singe. Irgendwann sprach mich eine Nachbarin auf dem Balkon an und meinte: „Das Lied singst du öfter, oder? Ich liebe es, ich singe manchmal mit!“ Ich war völlig baff. Ich hatte so sehr an das Negative geglaubt, dass die Möglichkeit, dass jemand Freude daran hat, für mich gar nicht existierte.

    Baustein 3 – Wissen gibt Sicherheit🎶

    Einer der Gründe, warum wir uns unwohl fühlen, ist das Gefühl, nicht zu wissen, was wir beim Singen tun. Wenn mir jemand sagen würde: „Hannah, tanz mal was vor!“, wäre ich komplett überfordert – weil ich keine Ahnung von Tanztechnik habe. Genau so fühlt es sich beim Singen an, wenn wir „irgendwie“ üben und einfach drauf los singen.

    Darum habe ich die Stimme in sechs Aspekte aufgeteilt. Wenn du weißt, welche dieser Aspekte du gerade übst und warum, fühlst du dich viel sicherer. Plötzlich hast du einen Plan. Du weißt, warum du eine Übung machst, und wenn jemand zuhört, kannst du sagen: „Ich übe gerade XYZ.“ Dieses Selbstbewusstsein verändert alles.

    Dein Recht zu singen

    Du hast das Recht zu singen. Es ist nicht nur ein Hobby, es ist ein Ausdruck deiner Stimme und deiner Persönlichkeit. Wenn dich die Angst blockiert, liegt das oft an alten Mustern, die wir Schritt für Schritt verändern dürfen – nicht nur durch Technik, sondern auch durch durch den Aufbau eines liebevolleren Selbstbilds.

    #07 Warum „Reiß dich zusammen“ bei Auftrittsangst & Lampenfieber nicht hilft

    #07 Warum „Reiß dich zusammen“ bei Auftrittsangst & Lampenfieber nicht hilft

    #07 Warum „Reiß dich zusammen“ bei Auftrittsangst & Lampenfieber nicht hilft

    Lampenfieber ist keine Seltenheit – es ist eher die Regel. Und doch fühlt es sich für viele Sängerinnen wie ein persönliches Scheitern an. Egal, wie gut sie vorbereitet sind, wie oft sie schon aufgetreten sind oder wie sehr sie sich eigentlich aufs Singen freuen: In dem Moment, in dem sie auf der Bühne stehen, setzt das Gehirn aus, die Stimme zittert, der Mund wird trocken.

    In dieser Podcastfolge von „Da kann ich ein Lied von singen“ habe ich drei Fragen von stillen Sängerinnen mitgebracht, die mir zu diesem Thema geschrieben haben. Und ich möchte sie hier im Blog aufgreifen, weil sie so viele Facetten des Lampenfiebers abbilden – und weil sie zeigen: Du bist damit nicht allein.

    „Ich hab schon so oft vorgesungen – warum kommt die Aufregung immer wieder?“

    – Johanna, stille Sängerin mit viel Auftrittserfahrung

    Johanna schrieb mir. Sie hat bereits vor großem Publikum gesungen – und trotzdem kennt sie das Gefühl eines Blackouts kurz vor einem Auftritt.

    Sie beschreibt es so:

    „Vor Auftritten bin ich enorm unruhig. Ich geh im Kopf die Stücke und Lieder immer und immer wieder durch, um mir sicher zu sein, dass ich sie auch kann. Mein Puls ist höher und meine Hände schwitzig.

    Gleichzeitig ist mein Hals trocken und ich muss ständig schlückchenweise trinken, hab dann aber voll Angst, dass ich beim Auftritt pinkeln muss. Ich geh auch davor noch 8 mal, obwohl ich gar nicht wirklich muss. Dann kommt der Auftritt. Die ersten paar Töne sind immer wacklig und nicht gut. Wenn das vorbei ist, wirds besser, aber meine Stimme zittert. An manche Auftritte kann ich mich gar nicht richtig erinnern, weil ich so aufgeregt war. Alle sagen: krass, man hört überhaupt nicht, dass du aufgeregt bist und loben mich total. Aber ich hörs und merks und bin unzufrieden.

    Was hier deutlich wird: Auch mit Erfahrung bleibt Lampenfieber präsent – weil es nur wenig mit gesanglichen Können zu tun hat, sondern mit einem inneren Gefühl von Sicherheit. Unser Körper bewertet Auftrittssituationen nicht logisch, sondern emotional: Viele Augen schauen uns an, wir machen uns sichtbar – und das Nervensystem reagiert.

    🎯 Tipp für dich:Statt gegen das Lampenfieber zu kämpfen, lohnt es sich, dein System darauf vorzubereiten – regelmäßig, nicht nur „kurz davor“. Ein Gefühl von Sicherheit lässt sich trainieren. In meinem Workshop „Lampenfieber in Selbstvertrauen verwandeln“ zeige ich dir Schritt für Schritt, wie das gehen kann, z.B. mit der dritten Zone, die wir bilden dürfen und weiteren konkreten Tricks & Tools bei Auftrittsangst.

      „Ich vergesse den Text – und mein Mund ist so trocken!“

      – Nicole, stille Sängerin mit klassischen Symptomen

      Nicole hat vor allem mit zwei ganz typischen Symptomen zu kämpfen: Einem komplett trockenen Mund – und Blackouts beim Songtext.

      Das ist ein wichtiger Punkt. Denn viele denken, sie müssten sich noch mehr anstrengen, noch mehr üben oder sich zusammenreißen. Aber: Ein trockener Mund ist eine körperliche Stressreaktion – genauso wie das Text-Vergessen. Dein System glaubt, du bist in Gefahr – und kappt alle nicht-überlebenswichtigen Funktionen (ja, auch Gedächtnis und Speichelfluss 😅).

      💡 Was hilft stattdessen?

      • Nervensystem-Tools wie z. B. sanft auf die Zunge beißen, um Speichelfluss zu aktivieren oder Schütteln um Energie in Bewegung statt in Lähmung zu bringen

      • Muskelgedächtnis-Training: Lieder nicht nur „auswendig lernen“, sondern körperlich verankern 

      • 6 Aspekte der Stimme: Ein Konzept, das ich in meinen Stimmzauberstunden, um Texte sicherer und ganzheitlicher zu integrieren

      Und übrigens: Du musst nicht immer komplett frei singen. Vielleicht ist ein gut platzierter Notenzettel genau das, was dir hilft, sicherer zu werden – ohne dich zu verstecken.

      „Ich singe auf Hochzeiten – aber bin total nervös. Als Braut oder Dienstleisterin.“

      – Zwei Sängerinnen, zwei Perspektiven

      Eine besonders spannende Frage kam anonym – und gleich doppelt:
      Eine Braut wollte ihren Partner bei der Hochzeit mit einem Song überraschen.
      Eine andere Sängerin ist regelmäßig als Dienstleisterin gebucht – und trotz souveräner Stimme immer nervös.

      Beide eint die gleiche Herausforderung: Hoher emotionaler Druck. Denn ob du für deinen Partner singst oder für fremde Gäste – du bist in einem sehr besonderen Moment mit deiner Stimme präsent. Und das macht verletzlich.

      Was du dir hier bewusst machen darfst:

      • Du musst 100% nicht perfekt singen, um zu berühren.

      • Wenn du als Braut singst, geht es nicht um Performance, sondern um Verbindung.

      • Wenn du als Sängerin gebucht bist, darfst du auch eine gewisse professionelle Distanz einnehmen – und dich auf deinen „Rahmen“ fokussieren: Du begleitest. Du atmest mit. Du gibst Raum. Wenn du singst, kann das Paar auch mal kurz durchatmen – du hilfst ihnen auch mal kurz alle Eindrücke sacken zu lassen.

      Ich weiß, wie schnell man sich verantwortlich fühlt, dass „alles läuft“. Aber: Die schönsten Momente entstehen oft nicht trotz, sondern wegen der Aufregung. Sie zeigt auch, dass es einem wichtig ist, was man da abliefert.

      Mein Fazit: Lampenfieber gehört dazu – aber es darf leichter werden

      Was all diese Stimmen gemeinsam haben: Sie zeigen, dass Lampenfieber kein Zeichen von Schwäche ist. Es ist ein Signal – und du kannst lernen, damit liebevoll umzugehen. Wenn du spürst, dass du hier tiefer eintauchen möchtest, dann:

      #06 Warum Mixed Voice so schwerfällt – Tipps für einen weichen Übergang

      #06 Warum Mixed Voice so schwerfällt – Tipps für einen weichen Übergang

      #06 Warum Mixed Voice so schwerfällt – Tipps für einen weichen Übergang

      Du singst leidenschaftlich gern, deine tiefen und hohen Töne funktionieren gut – doch in der Zwischenlage wird es plötzlich wackelig, dünn oder gepresst? Willkommen im ganz normalen Lernprozess!


      Gerade viele stille Sängerinnen, die sich nach mehr Freiheit beim Singen sehnen, kennen diese Herausforderung. Denn die sogenannte Mixed Voice – also der fließende Übergang zwischen Brust- und Kopfstimme – braucht Zeit, Übung und feine Körperwahrnehmung.

      Warum das Verbinden von Brust- und Kopfstimme nicht selbstverständlich ist

      Zunächst einmal: Du bist mit diesem Thema nicht allein. Diese Sätze höre ich nämlich öfters von euch:

      👉 „Ich bekomme hohe und tiefe Töne gut hin, aber dazwischen verliere ich die Kontrolle.“
      👉 „Die Stimme kippt plötzlich weg oder klingt piepsig.“
      👉 „Ich merke viel Spannung im Hals, wenn ich versuche, den Übergang zu singen.“

      Das liegt daran, dass Brust- und Kopfstimme zwei unterschiedliche Register sind, die jeweils andere Klangqualitäten und körperliche Empfindungen mit sich bringen. In der sogenannten Passaggio (Übergangslage) müssen diese Qualitäten flexibel gemischt werden – und das erfordert:

      • bewusste Körperwahrnehmung

      • feine Stimmsteuerung

      • und (sind wir mal ehrlich, das ist oft das Schwierigste) die Fähigkeit, innere Anspannung loszulassen.

      Häufige Stolperfallen beim Mischen

      Gerade stille Sängerinnen bringen meistens einen kleinen Rucksack an Herausforderungen mit, die das Mischen auch mit passender Technik erschweren:

      1. Perfektionsdruck
      → „Es muss gut klingen!“ → führt oft zu zu viel Druck im Hals.

      2. Vergleich mit Profis
      → Musical-Darstellerinnen haben jahrelange Ausbildung – dein Alltag sieht anders aus. Es ist nicht fair dich mit ihnen zu vergleichen!

      3. Zu frühes „Drücken“ in der Bruststimme
      → Man hält zu lange an der kräftigen Bruststimme fest, anstatt rechtzeitig weicher zu werden.

      4. Flucht in eine dünne Kopfstimme
      → Um den sanften Übergang (das gute alte Loslassen) zu vermeiden, tendieren wir lieber dazu die Stimme einfach „leicht“ und „piepsig“ werden zu lassen.

      5. Unbewusste Körperspannung
      → Verspannter Nacken, Kiefer oder Atemmuster machen einen flexiblen Klang unmöglich.

       m Stimsitzt vojalarbeit  & VOWas hilft wirklich?

      Der Weg zu einer natürlichen, flexiblen Mixed Voice besteht weniger aus „Zaubertricks“, sondern aus kontinuierlichem, gezielten Üben. Hier sind zentrale Bausteine:

      1. Grundlagen stärken

      Bevor du mischst, sollten Brust- und Kopfstimme getrennt gut funktionieren – entspannt, frei und tragfähig.

      In meinen Stimm-Zauber-Stunden arbeite ich hier mit den ersten drei Aspekten der Stimme:
      👉 Atemführung
      👉 Dynamik (Flexibilität und entspannte Tonerzeugung)
      👉 Stabilität (Klangteppich, Stimmsitz & Vokalarbeit)

      Das sorgt dafür, dass du dich überhaupt sicher an die Zwischenlage wagen kannst, ohne sofort in Anspannung zu verfallen.

      2. Den Stimmsitz bewusst finden

      Eine stabile Platzierung der Stimme (Stimmsitz) hilft, dass sich der Übergang nicht wie ein „Sprung“ anfühlt.
      Dafür arbeiten wir z. B. mit:

      • Summen in unterschiedlichen Lagen

      • bewusster Nasalität als Zwischenstufe (nur als Werkzeug!)

      • langsamen Zeitlupen-Übungen (damit du spürst, wo der Übergang kippt)

      3. Klangfarben spielerisch erweitern

      Ein super wirksames Tool ist das Arbeiten mit meinem inneren Gesangsteam:
      👉 Welche Stimmqualitäten willst du stärken?
      👉 Welche Charaktere oder Vorbilder helfen dir, das im Körper zu spüren?

      Hier geht es um spielerisches Erforschen statt perfektes Funktionieren – genau das macht langfristig frei.

      4. Alltag & Körperspannung beachten

      Gerade stille Sängerinnen tragen oft Alltagsanspannung mit in die Stimme:
      → Viel Denken → Spannung im Kiefer, Nacken, Atem.

      Daher arbeite ich mit meinen Teilnehmerinnen auch an:

      • körperlicher Lockerheit vor dem Singen

      • bewusster Pausengestaltung

      • mentalen Impulsen aus der Lernpsychologie (um den Perfektionsdruck zu reduzieren)

      Was ist ein realistischer Zeitrahmen?

      Ganz ehrlich: Das Mischen der Stimme ist ein Prozess, der über Monate oder Jahre reifen darf.

      Professionelle Sänger trainieren das regelmäßig– und auch sie erleben Schwankungen. Im normalen Alltag mit Beruf, Familie und wenig Übungszeit darfst du dir also liebevoll realistische Ziele setzen.

      Und das Schöne:
      👉 Jede kleine Verbesserung wirkt sich sofort hörbar aus.
      👉 Viele meiner Sängerinnen spüren schon nach wenigen Wochen erste Erfolge – besonders dann, wenn sie den Druck rausnehmen.

      Fazit: Mixed Voice ist lernbar – Schritt für Schritt

      Wenn du dich also fragst: „Warum klappt das bei mir noch nicht?“ → Du bist nicht allein.
      „Was kann ich konkret tun?“ → Grundlagen stärken, gezielt üben, Entspannung förder

      Ich hoffe, dieser Artikel konnte dir ein paar Aha-Momente schenken und dir zeigen: Du bist mit deinen Herausforderungen nicht allein. Und du kannst in deinem Tempo lernen, deine Stimme immer freier und flexibler zu nutzen.

      Diese Website verwendet Cookies, die den technischen Betrieb sicherstellen. Durch die weitere Nutzung dieser Website akzeptierst du deren Einsatz. Weitere Info in der Cookie-Policy.  mehr erfahren